Zusätzlichen Stauraum zu schaffen, ohne neue wuchtige Schränke aufzustellen, ist durchaus möglich, wenn du zuerst das sinnvoll organisierst, was bereits da ist. In den meisten Wohnungen liegt das Problem weniger in der Wohnfläche, als darin, wie die Dinge verteilt sind. Oft bewahren wir Sachen auf, die wir kaum benutzen, während der wirklich praktische Platz von zufälligen Kisten und Möbeln „für alle Fälle“ blockiert wird. Wenn du das Thema systematisch angehst, kannst du Raum freischaufeln, ohne den Eindruck zu haben, dass der Raum zusätzlich „beladen“ wird.
Die Basis für jedes Ordnungssystem
Damit die Wohnung nicht überquillt, muss zuerst die Menge der Dinge reduziert werden, die überhaupt verstaut werden sollen. Kein Aufbewahrungssystem, keine Kisten und keine Schränke helfen weiter, wenn du das Chaos nur von einem Ort an den anderen verschiebst. Am einfachsten funktioniert es Schritt für Schritt – Zimmer für Zimmer, Kategorie für Kategorie.
Sortiere alles grob nach diesen Gruppen:
- Benutze ich regelmäßig;
- Benutze ich saisonal;
- Benutze ich gar nicht.
Die erste Gruppe bleibt in deiner Nähe und an gut erreichbaren Stellen. Die zweite kann in höhere, weiter entfernte, weniger bequeme, aber geräumige Zonen wandern. Die dritte Gruppe kannst du verkaufen, verschenken oder zum Recycling geben. Nach dieser Auswahl siehst du klar, wie viel tatsächlich übrig bleibt – und für welche Dinge du wirklich durchdachte Aufbewahrungsplätze brauchst.
Vertikale Lösungen: die Höhe statt der Fläche nutzen
Um keine neuen Möbel mitten im Raum aufzustellen, lohnt es sich, eher mit der Höhe zu arbeiten als nur mit der Bodenfläche. Wände und der Bereich unter der Decke bleiben oft ungenutzt, obwohl sie viel Stauraum bieten können. Hohe Schränke bis zur Decke, Hängeregale und schmale Regale schaffen Volumen, ohne viel Quadratmeter „wegzunehmen“.

Nützliche vertikale Lösungen:
- Schränke bis zur Decke, in deren oberen Fächern Koffer und saisonale Dinge liegen;
- Regale über der Waschmaschine oder über dem Schreibtisch;
- Schmale, hohe Regale in Ecken statt breiter, niedriger Kommoden.
Wenn du helle Fronten und ein schlichtes Design ohne viel Dekor wählst, drängen sich diese Möbel optisch nicht in den Vordergrund. Sie überladen den Raum visuell nicht, obwohl sie im Grunde ganze „Etagen“ an Stauraum über Augenhöhe schaffen.
Möbel mit Geheimfach: Dinge im Bestehenden verschwinden lassen
Zusätzlichen Stauraum schaffst du auch über das Prinzip „Jedes große Möbelstück verbirgt etwas“. Bett, Sofa, Bank oder Couchtisch können nicht nur als Ablagefläche dienen, sondern auch als Stauraum. So gewinnst du Volumen, ohne einen extra Schrank oder eine Kommode dazustellen zu müssen. Die praktischsten Varianten:
- Bett mit Schubladen oder mit Bettkasten und Hebemechanismus;
- Sofa mit Fach für Decken, Kissen und Plaids;
- Hocker oder Bank mit Innenfach im Flur;
- Couchtisch mit Ablageböden oder geschlossenem Fach;
- Esstisch mit schmalen Schubladen für Kleinteile.
In solchen „integrierten“ Fächern lassen sich Bettwäsche, saisonale Kleidung, Kinderspielzeug, kleine Geräte, Kabel oder Unterlagen gut verstauen. Du fügst dem Interieur kein neues Möbelstück hinzu, sondern nutzt das, was ohnehin im Raum steht, einfach intelligenter. Gerade in kleinen Wohnungen, in denen jeder Quadratmeter zählt, macht das einen spürbaren Unterschied.
„Unsichtbare“ Zonen: Nischen, Raum unter der Decke, hinter Türen
Ohne die Wohnung zuzustellen, kannst du den Stauraum deutlich erweitern, wenn du Bereiche nutzt, die normalerweise ignoriert werden. Dazu gehören der Platz hinter Türen, schmale Nischen im Flur oder der Abstand zwischen Türrahmen und Decke. Diese Zonen spielen im Alltag kaum eine Rolle, eignen sich aber sehr gut für Kisten, Organizer und Regale. Achte besonders auf:
- Organizer, Haken und Leisten hinter Eingangs- und Zimmertüren;
- Nischen im Flur, die sich in Regalsysteme verwandeln lassen;
- Hängeschränke oder Ablagen unter der Decke über der Zimmertür oder im Flur;
- einheitliche Kisten und Boxen auf den oberen Fachböden der Schränke;
- schmale Regale oder Leisten im Flur, oberhalb der Augenhöhe, für Taschen, Schals und Kisten;
- Den Raum über den Küchenschränken für geschlossene Boxen mit selten genutzten Dingen;
- Die Innenseite von Schranktüren mit Haken, kleinen Körben oder schmalen Haltern für Deckel, Bretter oder Putzmittel.
Solche Lösungen stören weder beim Gehen noch nehmen sie wertvolle Fläche weg. Du „versteckst“ die Dinge an Orte, an denen sie weder im Blickfeld noch im Weg sind – und trotzdem jederzeit erreichbar bleiben.
Weniger visueller Lärm: Ordnung schaffen und einen ruhigen Eindruck bewahren
Damit der neu geschaffene Stauraum nicht wie ein chaotisches Lager wirkt, solltest du auch auf die Optik achten. Selbst das praktischste System kann nerven, wenn du bunt gemischte Kisten, zufällige Körbe und offene Regale voller Kleinkram vor dir hast. Eine einfache Regel: Je ruhiger das Gesamtbild, desto großzügiger wirkt die Wohnung.
Um visuelle Unruhe zu vermeiden, nutze möglichst einheitliche Behälter, neutrale Farben sowie Beschriftungen oder Etiketten, damit du schnell findest, was du suchst. Alles, was optisch „laut“ is, kleine Dinge, bunte Verpackungen, verschwindet besser hinter geschlossenen Fronten. Auf offenen Regalen sollten nur Gegenstände stehen bleiben, die ordentlich aussehen und bewusst dekorativ wirken.
Stauraum zu schaffen, ohne die Wohnung zuzustellen, gelingt, wenn du konsequent aussortierst, vertikale Lösungen nutzt, Möbel als 2-in-1 einsetzt und aktiv mit „unsichtbaren“ Zonen arbeitest. So entsteht mehr Ordnung und Luft in den Räumen, während deine Sachen gut strukturiert und bequem erreichbar bleiben.